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Welches Mahlwerk soll Ihre Getreidemühle haben?

Bei Getreidemühlen haben Sie die Wahl zwischen

  1. Mahlwerken aus Stahl und
  2. Mahlwerken aus Stein mit einem Kern aus
  • Korund
  • Naturstein
  • Magnesitzement

Getreidemühlen mit Mahlwerken aus Stahl

Mahlwerke aus Stahl haben den Vorteil, dass Sie damit auch Ölsaaten, wie beispielsweise Mohn oder Sonnenblumenkerne, zerkleinern können und die Mahlwerke nicht verschmieren. Dafür ist die Haltbarkeit der Mahlwerke aus Edelstahl kürzer und es lässt sich nicht so ein feines Vollkornmehl, wie mit Mahlwerken aus Stein herstellen. Dennoch reicht es für das Brotbacken aus. Das perfekte Mehl für eine Biskuitrolle dürfen Sie mit einem Stahlmahlwerk nicht erwarten. Mit der Zeit verlieren die Kanten des Mahlwerks ihre Schärfe. Reicht dann die Mehlfeinheit nicht mehr aus, kann das Stahlmahlwerk in der Regel ausgebaut und ausgetauscht werden. Getreidemühlen mit Stahlmahlwerken zählen zu den preiswertesten Allroundern und lassen sich im Normalfall leichter reinigen.

Wenn Ihnen die Herstellung von feinem Mehl wichtig ist, sollten Sie eine Getreidemühle mit Steinmahlwerk wählen. Hier werden die Körner zerrieben und nicht, wie beim Stahlmahlwerk, zerhackt. Allerdings kapituliert ein Steinmahlwerk bei Gewürzen und, wie geschrieben, bei ölhaltigen Saaten. Einige nutzen für diesen Gebrauch deshalb eine zusätzliche Mohnmühle.

Getreidemühlen mit Mahlwerken aus Korund-Keramik

Alle führenden Produzenten elektrischer Getreidemühlen mit Mahlwerken aus Stein verwenden für den Privatgebrauch Korund-Keramik-Mahlsteine, die manchmal auch Edelkorund bezeichnet werden. Korund gilt nach dem Diamant das zweit härteste Mineral. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts werden Korunde synthetisch produziert und werden heute üblicherweise mit dem sogenannten Elektroschmelzverfahren hergestellt. Bemerkenswert ist, dass Korunde durch den Einfluss normaler Säuren oder Basen nicht veränderbar sind und erst bei einer Temperatur von etwa 2.050°C verflüssigt werden können. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass sich Mahlsteine aus Korund immer mehr durchsetzen. Edelkorund-Mahlwerke werden selbst mit harten Maiskörnern fertig und liefern ein sehr feines Mehl.

Exkurs: Wie „natürlich“ sind Korund-Keramik-Mahlsteine

Auch wenn Korund-Keramik-Mahlsteine oft als „Kunststeine“ bezeichnet werden, bestehen sie aus natürlichen Mineralien ohne künstliche Zusätze. Wie z.B. Ziegelsteine werden sie unter Druck gebrannt. Dadurch gehen sie eine dauerhafte feste Verbindung ein.

Getreidemühlen mit Mahlwerken aus Naturstein

Früher wurden Mahlsteine aus Granit hergestellt, heutzutage werden sie aber nur noch sehr selten verbaut. Damit ein Mahlstein ein schönes, feines Mehl mahlen kann, muss seine Oberfläche rauh sein. Bei Mahlsteinen aus Granit wird diese benötigte Oberfläche mechanisch erzeugt. Das hat der Steinmetz früher mit Hammer und Meißel erledigt – heute wird das elektrischen Werkzeugen erledigt.

Exkurs: Härtegrad in der Maßeinheit „Mohs“

Harte Stoffe ritzen weiche Stoffe. Diese Einsicht ließ den Geologen Friedrich Mohs (1773–1839) seine Mohs-Skala entwerfen, die bis heute in Gebrauch ist. Dieser Skala zufolge ist der Diamant das härteste natürlich vorkommendes Mineral auf unserer Erde mit der Härte 10 auf der Mohs-Skala. Granit ist mit einer Härte von 6 deutlich weicher (Korund hat die Härte 9).

Granit ist zu weich im Einsatz als Mahlstein?

Granit ist relativ weich und die raue Oberfläche des Mühlsteins im Betrieb einer Getreidemühle nutzt sich vergleichsweise schnell ab. Wenn der ehemals „scharfe“ Mahlstein aus Granit glatt ist, lässt sich damit dann kein feines Mehl mehr mahlen. Irgendwann verschmiert das Getreide zwischen den platten Steinen. Die Mühle setzt sich zu und blockiert. Die Mahlsteine können aber ausgebaut und der Hersteller kann die Steine wieder schärfen.

Wie lange halten Mahlsteine aus Granit?

Wann die Mahlsteine aus Naturstein „rund“ sind, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • der natürlichen Härte des jeweiligen Granits
  • der Intensität der Nutzung
  • der Härte des gemahlenen Getreides

Weizen ist härter als Dinkel und Roggen, Mais und Reis sind noch härtere Getreidesorten.

Ist eine Mühle häufig im Einsatz und wird stark beansprucht, können die Steine schon nach 5 Jahren abgenutzt sein. Ist die Getreidemühle selten im Einsatz, können die Mahlsteine aber auch 30 Jahre lang scharf genug bleiben.

Getreidemühlen mit Mahlsteinen aus Naturstein haben drei Nachteile:

    • sind weniger robust, als Keramik-Steine
    • sind empfindlicher beim Vermahlen von zu feuchtem Getreide
    • sind teurer, als vergleichbare Modelle mit Keramik-SteinenGetreidemühlen mit echtem Naturstein kommen im Prinzip nur für alle in Frage, die ein möglichst natürliches Produkt kaufen möchten. Weil es diese Nachfrage gibt, bieten einige Hersteller einige Modelle ihrer Getreidemühlen mit Natursteinen an(Carina M & MT-Serie der Salzburger Getreidemühlen)

Getreidemühlen mit Mahlstein aus Naxos-Basalt in Magnesit-Salz-Bindung

Mahlsteine aus Naxos-Basalt in Magnesit-Salz-Bindung sind relativ preiswert herzustellen. Sie werden wie Beton einfach in Formen gegossen. Bei Beton wird Sand, Kiesel und Zement verwendet – bei Mahlsteinen werden verschiedene Quarze oder Basalte – z.B. Naxos-Basalt – in Magnesit gebunden. Basalt und Magnesit haben unterschiedliche Härtegrade: Basalt hat je nach Sorte die Härte 7 bis 8 Mohs, und ist damit härter als Granit. Magnesit hat die Härte 4 bis 4,5 Mohs. Auch solche Steine nutzen sich beim Mahlen etwas ab. Weil die verwendeten Mineralien aber unterschiedlich hart sind, wird der Mahlstein durch die Abnutzung nicht glatt, sondern bleibt an der Oberfläche immer rau, denn das weichere Magnesit nutzt sich immer etwas schneller ab, als das härtere Basalt. So erfüllen solche Mahlsteine auch nach Abnutzung immer noch ihre Aufgabe: Sie bleiben scharf und zerreiben das Getreide. Weil die aber Steine im Laufe der Zeit dünner werden, muss die Feineinstellung der Getreidemühlen gelegentlich nachjustiert werden.

Heute Standard: Mahlstein aus Korund und Keramik

Korund-Keramik-Mahlsteine werden heute von den meisten Herstellern von Haushaltsgetreidemühlen verwendet. Auch bei Korund-Keramik-Steinen werden zwei unterschiedlich harte Materialien gemischt. Auch hier bleibt die Oberfläche der Mahlsteine trotz Abnutzung immer rau. Dieser Vorgang ist gemeint, wenn bei Mahlsteinen davon die Rede ist, dass sie „selbstschärfend“ sind. Korund und Keramik sind deutlich härter als Basalt: Korund hat die Härte 9 -9,5 Mohs. Keramik hat je nach Zusammensetzung und Brennverfahren die Härte 8 – 9 Mohs, ist also nur wenig weicher als Korund aber deutlich härter als Granit.
Korundkristalle mit einem Durchmesser von 1,5 bis 2 mm werden in eine Keramikmasse gemischt, dann unter hohem Druck in Formen gepresst und schließlich bei rund 1.300 °C gebrannt. Wegen der leichten Abnutzung muss die Feineinstellung, je nach Gebrauch alle 5 bis 10 Jahre nachjustiert werden. Wird eine Getreidemühle in einem 4-Personen-Haushalt sehr intensiv genutzt, kann man mit einer Lebensdauer von 15 – 25 Jahren rechnen. In diesem Fall kostet ein Paar Ersatzsteine je nach Modell und Hersteller zwischen 50 und 80 Euro. Kleinere Haushalte und seltenere Nutzer werden vermutlich nie neue Korund-Keramik-Mahlsteine für ihre Getreidemühle benötigen.

So werden die unterschiedlichen Mahlsteine heute eingesetzt

  • Getreidemühlen für den Hausgebrauch haben heute so gut wie nie Mahlsteine aus Granit. Nur sehr wenige Hersteller bauen in einige Modelle ihrer Mühlen noch Granitsteine ein.
  • Mahlsteine aus Basalt werden üblicherweise in Handgetreidemühlen verwendet. Weil in Handgetreidemühlen nur vergleichsweise kleine Mengen Getreide verarbeitet werden und die Mühlsteine sich beim Kurbeln mit der Hand nur mit rund 80 Umdrehungen pro Minute drehen, halten die Naxos-Basalt-Steine in Handgetreidemühlen lange genug. Sie werden in Handmühlen eingebaut, einfach weil sie billiger in der Herstellung sind.
  • Mahlsteine aus Korund-Keramik sind heute Standard in fast allen elektrischen Haushalts-Getreidemühlen verwendet. Teilweise sind sie auch in teureren Handgetreidemühlen zu finden.
MahlwerkVorteileNachteile
Stahlmahlwerk
  • zerkleinert auch Ölsaaten
  • kostengünstige und einfache Austausch-möglichkeit des Mahlwerks
  • kein feines Vollkornmehl möglich
Steinmahlwerk aus Magnesit-Zement

(Naxos-Basalt, Naxos-Korund)

  • selbstschärfend
  • lange Lebensdauer der Mahlsteine
  • hohe Mehl-Feinheit
  • kleinere Mahlwerke können keinen Mais verarbeiten
  • Ölsaaten verschmieren Mahlwerk
Steinmahlwerk aus Korund

(Edelkorund)

  • robustes Material
  • sehr hohe Mehl-Feinheit
  • selbst harte Maiskörner möglich
  • selbstschärfend
  • Ölsaaten verschmieren Mahlwerk
Naturstein-Mahlwerk

(Granit)

  • bruchsicher
  • selbstschärfend
  • natürlich
  • Ölsaaten verschmieren Mahlwerk

 

Bei einer Flockenquetsche wird dagegen eine nickelfreie Edelstahlwalze verwendet, die als Zubehör zur Getreidemühle mitgeliefert werden muss.

Wissen sollte man außerdem, dass eine reine Getreidemühle nicht zum Mahlen von Gewürzen geeignet ist. Um das Gerät dauerhaft in einem Top-Zustand zu halten, sollte man immer nur sortenreines Getreide mahlen, andere Lebensmittel oder Gewürze sollten nicht verwendet werden. Lediglich als Beimischung kann man Gewürze unter das Getreide mischen und damit vermahlen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Anteil an Gewürzen nicht zu hoch bemessen ist, damit das Mahlwerk sauber arbeiten kann. Gewürze können also in Ausnahmefällen in die Getreidemühle wandern. Frische Kräuter hingegen haben in ihr absolut nichts zu suchen. Wer diese hacken möchte, sollte auf ein gescheites Kochmesser oder einen Standmixer zurückgreifen.

 

Jetzt aber zu den Getreidemühlen