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Gerste (engl. barley, altdeutsch Bere) ist ein Getreide und gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae).

Herkunft der Gerste

Gerste stammt aus dem Vorderen Orient und der östliche Balkanregion. Die ältesten Nachweise der Gerste lassen sich bis 10.500 v. Chr. zurückdatieren. Ab 7.000 v. Chr. begann die systematische Zuchtauswahl der Gerste. Seit der Jungsteinzeit (5.000 v. Chr.) wird Gerste un Mitteleuropa angebaut. Während des Mittelalters war Gerste nur in kühleren Regionen von Bedeutung und erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts wird Gerste als ertragreiches Viehfutter geschätzt. Neue Züchtungen der Gerste sind so ertragsreich, dass Gerste vor allem auf anspruchsloseren Standorten, mit Weizen konkurriert.

Gerste getreidemühlen

Merkmale der Gerste

Gerste als Pflanze wird 70 bis 120 cm hoch und bildet eine eine Ähre mit langen Grannen aus. Im reifen Zustand sind die Ähren geneigt bis hängend. Gerstesorten werden wegen ihres unterschiedlichen Ährenstandes in zwei-und mehrzeilige Formen der Gerste unterteilt. Die zweizeiligen Formen entwickeln pro Ansatzstelle nur ein Korn, das voll und kräftig ausgeprägt ist. Die mehrzeiligen Formen haben drei Körner pro Ansatzstelle, die sich aber nicht so kräftig entwickeln, wie die Körner der zweizeiligen Formen. Gerste zählt zu den Selbstbefruchtern.

Anbau von Gerste

Gerste gedeiht am besten auf tiefgründigen und gut durchgefeuchteten Böden. Aber auch mit ungünstigen Bedingungen kommt die Gerste gut zurecht. Beim Anbau wird zwischen Winter- und Sommergerste unterschieden. Wintergerste ist ertragreicher und wird im September gesät. Die Ausbildung von Nebentrieben ist vor dem Winter abgeschlossen. Aus ihnen entwickeln sich im Frühjahr Halme, die die Ähren tragen. In der Regel eröffnet die Wintergerste die Getreideernte. Die Aussaat der Sommergerste erfolgt dann im Frühjahr. Sie reift in weniger als 100 Tagen heran und benötigt deutlich weniger Wärme als die Wintergerste. Die Ernte erfolgt bei Gelb- bis Vollreife. Wintergerste liefert, je nach Standort, zwischen 50 und 90 Tonnen pro Hektar und Sommergerste zwischen 40 und 60 Tonnen pro Hektar.

Nutzung von Gerste

Gerste enthält 60-70 % Kohlenhydrate, überwiegend in der Form von Stärken, 11 % Eiweiße, 10 % Ballaststoffe, sowie je 2 % Fett und Mineralien und das Vitamin B. Die wirtschaftliche Bedeutung von Gerste ist kleiner als jene der Getreidearten Weizen, Mais und Reis (Links einbauen). Gerste wird überwiegend als Futtergetreide genutzt, insbesondere weil die Wintergerste relativ viel Eiweiß (12-15 %) enthält. Aus Gerste wird Grieß bzw. Graupen für die menschliche Ernährung hergestellt. Gelegentlich wird aus Gries auch Mehl erzeugt. Besonders ist die Verwendung als Malzkaffee. Dazu muss die Gerste erst ankeimen, bevor sie als Malz gedarrt und danach gemahlen und geröstet wird. Ein erheblicher Anteil der zweizeiligen Sommergerste hingegen dient der Biererzeugung, da deren Körner verhältnismäßig wenig Eiweiß (< 9 %) und viele Kohlenhydrate (> 65 %) enthalten. Der Gerste werden Heilwirkungen zugesprochen, weil die Schösslinge entwässernd und fiebersenkend wirken.

 

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